Ich möchte mit diesem Artikel meine Erfahrungen teilen, die ich mit meinem Baby /Kleinkind in Sachen Beikosternährung gemacht habe. Dies stellt keine Anleitung dar, lediglich eine Inspiration 🙂

Für viele mag der Zeitpunkt der Beikosteinführung Unsicherheit hervorrufen. Bei den vielen Möglichkeiten und Konzepten können wir schon mal das eigene Gespür verlieren, welche Aspekte für uns persönlich beim Füttern des eigenen Babys eine Rolle spielen. 

Mich hat das Konzept Breifrei interessiert, vielleicht, weil etwas Natürliches mitschwingt. Das Kind greift zu dem, was es für richtig hält und isst so viel, wie es in dem Moment braucht. Dennoch mochte ich mich nicht an ein Konzept halten, sondern es für mich als grobe Orientierung nehmen und viel mehr meinem Instinkt folgen. Da wir uns selbst nach den Lehren von Anthony William ernähren, stand für mich außer Frage, mein Kind nach den gleichen Prinzipien zu ernähren.

Als die Beikost dann auch bei uns starten sollte, konnte ich die Unsicherheit nachvollziehen, die viele Mütter heimsucht und einen Moment machte sie sich auch bei mir breit. Doch schnell wurden mir meine persönlichen Leitgedanken zum Thema Essen wieder klar:

  • Die Freude am Essen steht im Vordergrund
  • Geschmack, Textur, Geruch – Essen als Möglichkeit für Sinneserfahrungen verstehen
  • dem Kind rund um das Thema Essen viele Möglichkeiten geben, Dinge selber durchzuführen und auszuprobieren, wenn es das möchte
  • Ich kann nicht leugnen, dass es mir auch um Entgiftung bei meinem Sohn ging – Schwermetalle können bis zum 18. Lebensjahr recht unkompliziert das Gehirn verlassen.
  • Die heiligen Vier – Immunsystem stärkende Nahrung
  • Das Vermeiden der No-Foods und keine raffinierten Fette bzw. generell wenig Fette, um Viren und Pathogene nicht zu füttern bzw. die Leber nicht zu belasten.

Und schon stellte sich wieder ein Vertrauen ein und ich wollte entspannt schauen, wie sich die Beikosternährung mit unserem Sohn gestaltete. Natürlich war ich mir sicher, dass er über die Muttermilch noch gut versorgt war. Ergänzend zu meiner Ernährung supplementierte ich durchgehend konsequent Vitamin B12 und Omega 3. Mit ca. 10 Monaten bekam dann auch mein Sohn Vitamin-B12-Tropfen, Lemon Balm Tinktur (Zitronenmelisse), Vitamin D3 und Zink. Erst einmal besonders in Zeiten eines Schnupfens, doch dann auch regelmäßig täglich. 

 

Vegan und viel Rohkost – unser Sohn ist propper und wohlgenährt

Warum soll mein Kind anders essen, wenn ich Obst und Gemüse und einen hohen rohen Anteil als gesund erachte. Der hauptsächliche Unterschied ist wohl, dass ein kleines Kind in der Regel noch keine oder wenige Zähne hat und deshalb härtere Obst- und Gemüse-Sorten erst einmal nicht in Frage kommen oder gekocht angeboten werden sollten. Ansonsten gilt es nach Medical Medium den Fettgehalt gering zu halten und salzarm zu essen. Dies lässt sich meines Erachtens sehr gut für das Kind adaptieren.

Nach Anthony William ist es eine perfekte Kombination, dem Kind eine pflanzliche Milch aus Avocado und Banane, evtl. noch Kokoswasser zu geben. Besonders wenn das Stillen nicht klappen sollte, ist es die natürlichste und nahrhafteste Form, das Kind zu füttern. Da ich keine Probleme mit dem Stillen hatte, mussten wir nicht darauf zurückgreifen. Allerdings hätte ich mich gefreut, diese Information schon zur Geburt zu haben und auch für den Fall eines Krankenhausaufenthalts, lieber die Banane und die Avocado im Gepäck zu haben. 

Als unser Sohn 6 Monate alt war und ein Interesse für das Essen entwickelte, hatten wir Glück, denn unsere Obstbäume trugen Früchte und generell war gerade Obst-Hochsaison. Wir hielten uns nicht strikt nach dem Plan des langsamen Einführens einer Obst-oder Gemüse-Sorte für einige Tage. Vielmehr zählte für uns die Freude am Essen, hauptsächlich roh zu starten und eine gewisse Varianz anzubieten bzw. zu schauen, wonach er gerne greift. Pflaumen waren sehr angesagt, er konnte sie direkt vom Baum pflücken und abbeißen, bzw. ausssaugen, genau so machte er es etwas später auch mit den Äpfeln, so gut es ging. Auch Gurken mochte er zu Beginn gerne. Früchte sind bei unserem Sohn in der ganzen Zeit ganz hoch im Kurs und stellten für mich auch die perfekte Ergänzung zur Muttermilch da. Sie sind schön süß und decken viel Glucose ab, so wie auch die Muttermilch aufgebaut ist. Mit nur 1-2 % Protein und einem geringen Fett ist der Hauptbestandtteil einfach die Glucose. 

Mein Kind liebt Bananen und mag auch gerne hier und da etwas Avocado, braucht aber nicht viel davon. Auch die Sorge, Bananen können zu Verstopfung führen, kann ich nicht bestätigen. Es gab ein paar Tage am Stück, da hatte unser Sohn sehr festen Stuhlgang und es war ihm augenscheinlich etwas unangenehm. Woran es genau lag, können wir im Nachhinein nicht an etwas Bestimmtem festmachen. An allen anderen Tagen und bis heute hat er keine Bauchschmerzen, weichen Stuhlgang und ist die meiste Zeit quietschfidel und dass, bei einem sehr hohen Bananen-Konsum.

In den Wintermonaten haben wir neben dem frischen Obst auch zu Bio-Tiefkühlobst gegriffen. Mango zum Beispiel mag er sehr gerne.

Folgende Obstsorten hat mein Sohn gegessen: Äpfel (mit unserem Apfelschnitz-Gerät konnten wir ihm das runde Mittelstück geben, an dem er die ersten Monate gerne knabberte und es gleichzeitig gut in der Hand halten konnte), Kakis, Ananas, Mandarinen, Orangen, Birne, halbierte Trauben, Erdbeeren, Nektarinen, Aprikosen, Kiwis, Beeren.

Folgendes rohes Gemüse hat mein Sohn gegessen: Löwenzahnblätter (an denen hat er ganz zu Beginn sehr gerne gelutscht, was ich natürlich prima fand wegen der Bitterstoffe) Gurken (u.a. mag er auch sehr gerne Gurkennudeln bei uns mit essen), Tomaten, Paprika, Karotten – an ihnen nagen soll beim Zahnen angenehm sein.

Dieses gekochte Gemüse hat er gegessen: Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Karotten, Zwiebeln und aktuell gerade Spargel, den er sehr liebt.

 

Snacks für Unterwegs

Als Snacks für unterweg hatte ich oft gekochte Kartoffeln, Gurkenstücke und Datteln dabei. Besonders Kartoffeln konnte er gut einfach überall essen und mochte sie sehr. Dabei bekamen wir viele positive Blicke und Kommentare, was für eine gute Idee es sei, dem Kind einfach eine ganze Kartoffel in die Hand zu geben. Übrigens sind in der Bio-Schale wertvolle Proteine enthalten, ich lasse sie also gerne dran. Für unterwegs fand ich die Lösung auch am wenigsten babbig. Datteln sind bis heute aber der absolute Renner, unser Sohn hat früh gelernt, den Kern fein säuberlich abzulutschen und wieder auszuspucken, so dass ich schnell keine Sorge mehr hatte, ihm die ganze Dattel zu geben. Zu Beginn mochte er am liebsten Medjool Datteln, da sie so schön weich sind. Mittlerweile isst er aber alle möglichen Sorten gerne. Seit dem 13. Lebensmonat haben wir auch immer Spirulina-Presslinge dabei. Diese „Bonbons“ sind sein absoluter Favourit und gehen wirklich immer.

 

Heavy-Metal-Detox-Smoothie

Wir haben unserem Baby von Beginn an der Beikosteinführung den Heavy-Metal-Detox-Smoothie angeboten, den er auch sofort mochte. Die Zusammensetzung war so, wie es im Buch steht, wir bereiteten ihn einfach für uns zu und er bekam so viele Löffel, wie er mochte. Wir fütterten ihn also in dem Fall mit einem „Brei“. Die ersten Monate aß er nicht sehr viel, jetzt mit seinen 15 Monaten dafür um so mehr. Generell gab es Phasen, in denen er den Smoothie lieber mochte oder ihn auch mal ablehnte – generell mag er ihn aber am liebsten frisch aus dem Mixer. Die größte Hürde beim Füttern war, dass er das Konzept „selber essen“ dem Löffel vorzog und so lehnte er hin und wieder grundsätzlich den Löffel ab. Es gab also immer zusätzlich etwas zum in die Hand nehmen auf seinem Tischchen und während dessen akzeptierte er den ein oder anderen Löffel. Auch wenn wir ihn fütterten, wurde bald deutlich, dass Heidelbeerflecken sehr hartnäckig sind. Da kam der Gedanke auf, es mit einem befüllbaren Quetschie zu probieren. Bis er daraus gut trinken konnte, dauerte es eine Weile, stellte zu dem Zeitpunkt aber tatsächlich eine etwas reinlichere Möglichkeit dar, besonders für unterwegs. Aber auch den Quetschie fand er irgendwann nicht mehr interessant. Er mochte es allerdings sehr, wenn ich den Smoothie aus dem Quetschie auf den Löffel drückte und ihm dann zum essen gab. Irgendwann konnten wir dann auch zum normalen Füttern übergehen und legten den Quetschie erst einmal zur Seite. Ich denke, er wird später auf jeden Fall wieder interessant.

In unserem Elternzeit-Urlaub in Marokko, lernte unser Sohn unsere Pulver für den HMDS kennen, den wir dort in unserem kleinen Mixer (Personal Blender- toll fürs Reisen), an den niedrigen marokkanischen Tischen zubereiteten. Er durfte probieren und wurde regelrecht süchtig nach Dulseflocken, Spirulinapulver, Gestengrassaftpulver und Blaubeerpulver. Er mochte sie gerne einfach direkt vom Löffel pur. Wieder zu Hause und mit jetzt 15 Monaten mache ich ihm die Pulver gerne auf Bananenscheiben. Auch das Drachenfruchtpulver bekommt er so. Dulse isst er meist auf Kartoffeln oder Gurken. Das Prinzip mit dem Eintauchen hat er schnell von uns kopiert und so tunkt er sein Gurkenstück genau so gerne in die Dulseflocken wie ich :).

Seitdem mir die Größe der Blaubeeren keine Sorgen mehr bereitet, bekommt er jeden Morgen wilde Heidelbeeren in sein Schälchen, er verlangt oft nach mehr und mag sie sehr. Nicht zu stark aufgetaut, mag er sie am liebsten.

Seitdem er am Vitamix mit dem Stößel kräftig mit mixt, bekommt er meist schon aus dem Mixbehälter seine paar Löffel Smoothie, die er jetzt auch so richtig gerne verputzt. Generell sind seine zwei absoluten Lieblinge am Tag Blaubeeren und Spirulina. Spirulina bekommt er oft als Presslinge. Für ihn sind sie wie Bonbons, von denen er gar nicht genug bekommen kann. Sie sind aber auch wirklich lecker. Wenn man erst mal auf den Geschmack kommt, sind sie wie Chips für den Kinoabend.

Selleriesaft

Selleriesaft bekommt er auch seit dem er, mit ca. 6 Monaten, als Ergänzung zur Brust aus der Flasche trinkt. Er stürzt sich nicht sonderlich darauf, aber er trinkt ihn ohne Einwand. Am besten klappt es aus der Flasche, aus Gläsern mag er den Selleriesaft nicht immer, da zieht er andere Dinge auch mal vor. Worauf wir beim Selleriesaft bei ihm nicht achten, ist, dass er ihn auf nüchternen Magen trinkt. Wer nach Anthony William seinen Morgen gestaltet, weiß, dass Selleriesaft eine halbe Stunde nach dem Zitronenwasser auf nüchternen Magen getrunken werden soll, um seine Wirkkraft am besten zu entfalten. Da unser Sohn meistens schon vor uns etwas essen möchte und der Saft dann noch nicht fertig ist, bekommt er ihn ganz flexibel über den Tag verteilt. Wir gehen davon aus, dass er trotzdem eine Wirkung hat und uns geht es hauptsächlich darum, ihn mit Freude und Spaß an unterschiedliche Geschmäcker heranzuführen. Was ihm aber schon schnell besonders viel Freude machte, war das Herstellen des Saftes. Wir hätten nie erwartet, dass er so schnell lernt, Selleriestangen in die Öffnung des Entsafters (Angel juicer aus Edelstahl) zu stecken. Er ist dabei so konzentriert und oft bis zur letzten Stange dabei. Was für eine Freude.

 

Sonstige Getränke

In sein Glas Wasser bekommt unser Sohn immer einen Spritzer Zitrone, um das Wasser zu aktivieren und die Leber bei der Reinigung zu unterstützen. Überhaupt mag er gerne Zitrusfrüchte – die viele Eltern wegen dem wunden Po fürchten. Bei uns kommt der wunde Po, wenn überhaupt, dann am ehesten von einer zu lang getragenen, nassen Stoffwindel, bzw. wenn er dann doch mal eine herkömmliche Windel an hatte.

Sein absolutes Lieblingsgetränk ist Kokoswasser. Die Verpackung hat er sich gleich beim ersten Trinken abgespeichert und mir beim nächsten mal, als wir wieder mal welche im Haus hatten, fix das Kokoswasser gebracht, damit ich sie ihm öffne. Außerdem gibt es zu Schnupfnasenzeiten den Holunderbeerensaft, den ich aus getrockneten Beeren mit Wasser selber aufkoche. Den Honig habe ich bisher nicht dran gemacht, da ich der landläufigen Meinung war, das Babys keine Enzyme haben, um Honig zu verdauuen. Laut Anthony William ist das nicht korrekt und Babys dürfen wohl auch schon Honig essen. Erfahrung habe ich damit noch keine, denn ich habe die Info erst jetzt, im Kleinkindalter, bekommen. Mein Sohn liebt seit dem Honig und bekommt auch mal einen Löffel, wenn er ihn velangt.

 

Hilfreiche Hinweise zum Hochstuhl:

Da es bei uns etwas dauerte, bis wir den perfekten Hochstuhl für das Breifreie Konzept für uns finden konnten, der den färbewütigen Lebensmitteln wie Heidelbeeren, Spirulina und Co. und dem ganzen Geschmiere standhalten konnte, wollen wir eine kleine Orientierungshilfe geben. Der erste Stuhl, den wir gebraucht von Freunden überommen hatten, entspach unseren Vorstellungen, da Vollholz, leider stellte sich die Lackierung als nicht mehr funktionstüchtig heraus, so dass die Heidelbeerflecken schnell in das Holz einzogen und der Stuhl somit schwer sauber zu machen war. Da der Stuhl mit den Heidelbeerflecken permanent dreckig wirkte, musste schnell ein Neuer her. Dieses mal achteten wir darauf, dass die Oberfläche einwandfrei lackiert war, so dass wir ihn schnell und einfach mit einem Lappen sauber bekämen. Das klappte tatsächlich wunderbar und die Flecken bekamen wir gut weg. Dieses Mal wurde allerdings schnell deutlich, dass er mit dem montierbaren Tisch, zu viele Rillen und Schlitze hatte, die dann auch schnell voller Essen waren. Den Stuhl und den Boden vom Schlachtfeld zu befreien ist das eine, aber jedes mal mit Werkzeug den Stuhl auseinander zu nehmen, eine ganz andere Nummer. Außerdem ist der Steg aus einem gewebten Band, der natürlich auch nicht frei von Flecken bleibt. Wir hätten es nicht gedacht, aber es gibt tatsächlich einige Dinge beim Stuhlkauf zu beachten, wenn das Kind sich nach Anthony William ernährt (und Heidelbeeren liebt) und die meiste Zeit selbstständig isst.

Welchen Stuhl ich als perfekt erachte, ist der gute alte Klassiker Tripptrapp von der Marke Stokke. Da der Kleinkindaufsatz aus Kunststoff ist, hatte ich erst einmal einen Bogen darum gemacht. Zum Saubermachen, mit einer glatten Oberfläche ohne Rillen und einem Kunststoffsteg stellt er sich auf dem dritten Blick als gar nicht so schlechte Option heraus. Zudem kann das Tablett recht schnell abgemacht und gereinigt werden. Also doch das Modell, auf dem auch ich als Kind schon saß:). Da der Preis sehr hoch ist, empfiehlt es sich gegebenfalls bei Ebay-Kleinanzeigen zu schauen oder gegebenfalls auf die günstigere Vaiante von Hauck zurückzugreifen.

 

Fazit:

Für uns stellt sich die Beikostnahrung als sehr entspannt dar. An Tagen, wo unser Sohn zahnt, scheint er weniger am Essen interessiert, ansonsten isst er mittleweile Mengen, die uns zum Staunen bringen – mal mehr, mal weniger, so wie es für ihn passt. Bis auf ein paar Schnupftage, etwas Husten, mal Durchfall, einen Tag Fieber ist er bis jetzt sehr gesund.

Er ist ein wohlgenährter Junge mit Pausbäckchen und die meiste Zeit sehr fröhlich und zufrieden- ein richtiger Witzbold. Ich würde sogar behaupten, dass er mit den Monaten einen kontinuierlich zufriedeneren Eindruck machte. So konnten wir seine anfänglichen Entwicklungskrisen und unzufriedenheiten noch stärker festmachen, als die späteren, die insgesamt doch recht entspannt verliefen. Mein Gefühl ist, dass die gesunde Ernährung ihn ausgeglichener und glücklicher stimmt.

 

 

 

 

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